Die Tamaka Tour

Die Tamaka Tour war für mich das interessanteste der Reise. Dank unseres Freundes Eddy hatten wir eine sowohl persönliche als auch sehr fachkundige Betreuung. Die Tour begann direkt am Hotel und führte uns quer durch die Insel. Unser Hotel befindet sich im Nordwesten der Insel. Hier ist es flach, und das Klima ist relativ trocken, hier trifft man auf viele Zuckerrohrfelder. Unsere Reise führte langsam ins Hochland im Süden. Hier befinden sich viele landwirtschaftliche Betriebe. Es wird Gemüse angebaut oder Ananas. mau 3027 294Der Blick von diesen Feldern ins Land war einfach Atemberaubend. Eddy zeigte uns in einem Ananasfeld die verschiedenen Vegetationsstufen der Pflanze. Die weitere Reise führte uns nach Vacoas-Phoenix eine Stadt die aus 2 Orten zusammengewachsen ist. Die Stadt ist die drittgrößte auf der Insel. Wir besuchten hier zunächst eine Glasbläserei, in der aus Glasabfällen Kunstwerke hergestellt werden. Ebenfalls in Phoenix konnten wir uns in einer Manufaktur für Schiffsmodelle von der enormen Handfertigkeit der Menschen hier überzeugen. Die Schiffsmodelle werden mit sehr viel Detailtreue erstellt und sind sehr sehenswert. Mauritius ist durch Vulkantätigkeit entstanden, was man an der Form der Berge hier gut nachvollziehen kann. Von einem erloschenem Vulkankrater aus warfen wir noch einmal einen Blick auf die Stadt. Der nächste Stopp der Rundreise führte an einem großen Süßwassersee vorbei zu einer Hindutempelanlage.
mau 3032 299Während des Maha-Shivaratree-Festes im Februar/März, dem größten Hindufest außerhalb Indiens, pilgern bis zu 400.000 Gläubige aus aller Welt zum heiligen See. Eine riesige Allee, die von einer ebenso riesigen Shiva Statue gesäumt wird, führt zu den Heiligtümern. Sie liegen an einem weiteren Süßwassersee der mehr als 100m tief ist. Das Bergland hier ist wenig besiedelt und so fährt man Kilometerweit auf Straßen die auf beiden Seiten von tropischen Wäldern gesäumt werden. Hier wachsen "Papierbäume" die wohl eine Mischung aus Eukalyptus und Balsa zu sein scheinen. Die Rinde ist weich und wie Packpapier geschichtet. Wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt, riecht es fast wie Eukalyptus. Viele Sträucher sind eingeschleppte Pflanzen, die sich so stark vermehrt haben dass sie der Natur, vor allem den endemischen Pflanzen schaden. Als im 16. Jahrhundert die Portugiesen diese Insel entdeckten, war die Insel unbewohnt, es gab keine Säugetiere außer Flughunde. Die Insel war von Urwäldern bedeckt in denen auch Ebenholz wuchs. In denen nisteten große Laufvögel (der DODO). Der Dodo starb allerdings bereits im 17. Jahrhundert aus. Heute ist der Dodo im Wappen von Mauritius wiederzufinden. Die großflächigen, teilweise endemischen Wälder auf Mauritius wurden bis zu 2% von den Einwanderern vernichtet. Heute versucht man in Naturreservaten solche endemischen Pflanzen wieder anzupflanzen. Wir besuchten auch den Black River Gorges Nationalpark. Von einem Aussichtspunkt hatten wir einen herrlichen Blick auf ein riesiges Gebiet tropischen Regenwalds. An einer Stelle stürzte ein kleiner Wasserfall in die Tiefe, und auf einem mau 3034 301kleinen Tümpel quakten Frösche um die Wette. Irgendwie erinnerte mich der Blick an einige Filmsequenzen aus Jurassik Park.  Ein Stück weiter, wieder an der Küste bot sich uns ein Blick auf Benitier Island von der Insel aus. Hier sahen wir die Insel, vor der wir einige Tage zuvor den ersten Ausflug mit dem Katamaran machten. Ebenfalls herrlich anzusehen war ein großer Wasserfall im Nationalpark. Alles übertroffen haben jedoch die „Siebenfarbenden Erden“. mau 3040 307Das ist sehr schwer mit Worten zu beschreiben, was die Natur hier vor mehr als 3 Millionen Jahren erschaffen hat. Durch die verschiedenen Einschlüsse von Mineralien im Vulkangestein, bildete der Boden hier eine Vielzahl verschiedener Farben durch Verwitterung und Auswaschen des Gesteins. Zurück an der Küste erreichten wir nun den Südlichen Teil der Insel. Hier ist der Einfluss des Meeres deutlich zu spüren. Es geht immer ein frischer Wind und die Brandung ist hoch. Wir erreichten als nächstes eine Flussmündung(Riviere des Galets) an der jede Menge Steine im Laufe der Jahrhunderte ins Meer gespült  wurden. Das Meer hat sie rund „geschliffen“ und bei jeder Welle hört man ein Grollen, das von den hin und her gespülten Steinen verursacht wird. Kurios ist ein Schild, das dort steht. Darauf steht sinngemäß: „Der Fluss hat in hunderten von Jahren die Steine zum Meer getragen. Das Meer hat sie in vielen Jahren rund geschliffen. Weder das Meer noch der Fluss möchten, dass die Steine von hier weggetragen werden“. Ein schöner Hinweis der Natur ihren Lauf zu lassen und nicht alles zu verändern was uns Menschen „unter die Finger kommt“.

Als nächstes erreichten wir einen Aussichtspunkt auf dem Bäume vom Wind gebeugt ihre Wuchsform den ständigen Winden anpassen. Sie sehen auch bei Windstille aus als würde der Wind an ihnen reißen. Das Gras an diesem Aussichtspunkt (Gris Gris) ist kaum 5mm hoch gewachsen und sieht wie ein Teppich aus. Ein ideales Golf-Grün. Hier ist die Luft absolut rein, dass merkt man bei jedem Atemzug.  In der Nähe des Aussichtspunktes steht ein Tsunami Warnturm. Bei der weiteren Fahrt an diesem Küstenabschnitt sah man noch immer die Auswirkungen des letzten großen Tsunami. Obwohl tausende Kilometer von Thailand entfernt, erreichte der Tsunami vom 26. Dezember 2006 auch die Küste von Mauritius. Straßenunterspülungen und andere Zerstörungen waren die Folge.

mau 3045 312Die letzte Station dieses schönen Ausfluges war der Besuch des „La Vanille Reserve des Mascareignes“. Das ist ein Tierpark in dem man große Landschildkröten züchtet, wo man Flughunde näher betrachten kann und wo auch viel über die Vergangenheit von Mauritius Flora und Fauna zu erfahren ist. Hier waren riesige Nilkrokodile zu beobachten. In einer großen Frei Anlage konnten wir den Schildkröten buchstäblich auf den Panzer rücken. Es ist schon eigenartig so großen  Schildkröten Auge in Auge gegenüberzustehen. Die Tiere ließen sich sogar anfassen. Unser Freund Eddy kraulte einer Schildkröte den Hals, was dem großen Tier sichtlich gefiel. Wir sahen die Aufzuchtstation und erfuhren viel Interessantes über das Zuchtprogramm und die Auswilderung auf der Nachbarinsel Reunion.

Der Tag mit unserem Guide Eddy war sehr schön, wenn auch anstrengend. Noch mal vielen Dank für die schönen Eindrücke.