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Kamelienblüte, Kunst, Kultur und Landschaft in der Toskana (Link zum Fotoalbum)

Blick auf den Dom von FlorenzEndlich wieder Urlaub! Auf in die Toskana! Vom 22. bis 27. März waren wir in der Toskana. Wir wollten Kamelienblüten sehen, den schiefen Turm von Pisa geraderücken und Kultur in Florenz erleben. Von Berlin-Tegel ging es nach Düsseldorf und dann nach Florenz. Von dort wurden wir in ein hübsches Hotel nach Montaione gefahren.

Wir leben in der Provinz, da ist jede Anreise schon ein Erlebnis. Um 3 Uhr per Taxi nach Berlin und gegen 13 Uhr in Florenz gelandet. Wenn ich mit meinem PKW nach Bardolino an den Gardasee fahre, benötige ich genauso viel Zeit. Der Service auf diesen Flügen ist eher dürftig, es gibt Snacks und Getränke (eine kleine Waffel, eine Tüte Salzgebäck). So gestärkt gegen 14 Uhr im Hotel anzukommen, ist in Italien nicht gerade günstig. Restaurants machen erst gegen 16 Uhr wieder auf, und im Hotel öffnete die Küche auch erst um 19:30 Uhr. Aber warum meckern, wir haben Urlaub und so haben wir eine Bar im Ort gefunden, wo es wenigstens eine Pizza gab. Am Abend lernten wir dann unsere Reiseleiterin kennen, die uns mit dem Ablauf der Reise vertraut machte. Und die begann am nächsten Morgen.


 Cappanori und Pisa

001Cappanori ist ein kleiner Ort, der sich 3 Wochen im Jahr ganz der Kamelienblüte widmet. Bei einem Spaziergang durch den Ort, kann man überall in den Gärten die verschiedensten Kamelien blühen sehen. Von eher klein und spärlich, bis riesengroß und üppig, ist hier alles zu sehen. Auch der Ort an sich ist sehenswert, mit seinen kleinen Gässchen. Er ist in die sanften Hügel der Tokana "eingepasst" und so geht es viel auf und ab bei diesem Spaziergang. Wir erfuhren, dass hier die Frankenstraße entlangführt, der frühere Pilgerweg von Franken nach Rom zum Grabmal der Apostel Petrus und Paulus. Gegen Mittag kamen wir zur Villa Orsini, hier wurden uns Spezialitäten aus der Region angeboten. Das war wirklich lecker. Leider war das Wetter nicht so schön. Regen und viel Wind hinderten uns daran, uns im Garten der Villa umzusehen und noch mehr über Kamelien zu erfahren. Wir fuhren weiter nach 002Pisa. Auf der Fahrt erfuhren wir, dass Pisa eine von 4 Seefahrerrepubliken Italiens im Mittelalter war. Venedig, Amalfi und Genua sind die anderen. Wenn man sich Pisa nähert, sieht man aus der Ferne nur die Kuppel vom Dom. Wir wurden dann zu einem Punkt vor die Stadtmauer gefahren. An der Stadtmauer entlang ging es zu einem Stadttor und dann eröffnete sich der Blick auf die Piazza dei Miracoli, den man nicht vergisst. - Da war er- der schiefe Turm. Auch der Dom und das Baptisterium (die Taufkirche) bilden mit ihren Fassaden aus weißem und grünem Marmor einen wundervollen Kontrast zu dem schlichten grünen Rasenplatz auf dem sie errichtet sind. Der Turm war als Glockenturm (Campanile) für den Dom geplant. Jedoch begann er sich bereits nach dem errichten der dritten Etage zu neigen, worauf man den Bau für 100 Jahre einstellte. Danach wurde begonnen, die weiteren Stockwerke schräg aufzusetzen, um der Schieflage entgegenzuwirken. Das half auch nicht. Bis 1998 hatte sich der Turm um ca. 7m aus der Mitte bewegt, dann begann die Sanierung. Es gelang die Lage auf ca. 4m zurückzurücken. Jetzt soll sich der Turm wohl nicht mehr weiter neigen. Es ist schon beeindruckend am Fuß des Turmes zu stehen und die gewaltige Neigung hautnah zu erleben. Wir besuchten das Baptisterium, da aber im Dom gerade eine Messe abgehalten wurde, war es uns nicht möglich, auch das Innere des Doms zu besichtigen. Aber wir waren am Anfang unserer Reise und sollten noch andere Gotteshäuser von innen bewundern dürfen, so auch in Siena. -


Siena

003Eine Reiseleiterin aus Italien sagte mal:" Man kann nicht über die Geschichte Sienas berichten ohne Florenz zu erwähnen".  Das sagt schon einiges über die ewige Rivalität zwischen den beiden Städten aus. Siena war Kaisertreu und Florenz Papsttreu. Das hatte zur Folge, dass sich beide Städte im Mittelalter bei der Errichtung des Doms zu übertrumpfen versuchten. Für den Touristen kann das nur schön sein, denn was da entstanden ist, ist wirklich prächtig. Vor der Stadt ist eine große Befestigungsanlage errichtet. Sie diente nicht etwa zum Schutz der Stadt, sondern dort hatte die Familie Medici aus Florenz eine Festung gebaut, um sicher vor der Stadt Siena zu sein. Die Stadt Siena teilt sich in 17 Stadtteile, die Contraden. Alljährlich wird auf dem zentralen Platz, der Piazza del Campo, ein Pferderennen ausgetragen, in dem die Contraden gegeneinander antreten. Jede Contrade wählt ein Pferd und einen Reiter aus, der den Stadtteil beim Palio, so wird das Rennen genannt, vertritt. Es erscheint eher unwahrscheinlich, dass auf diesem Platz ein Pferderennen stattfinden kann. Es kommt auch häufig bei dem Wettbewerb zu schlimmen Unfällen. Im Übrigen muss das Pferd durch das Ziel kommen, egal ob mit oder ohne Reiter. - Na ja, Tradition. Auf dem Weg zum Platz kamen wir an einigen Patrizierpalästen vorbei, die heute meist Bank- oder Geschäftshäuser sind. Auf der Piazza del Campo steht das Rathaus, der Palazzo Publico. In den Ausstellungsräumen des Hauses, sind sehr schöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. 004Durch die schönen engen Gassen der Stadt gelangten wir schließlich zum Dom. Hier konnten wir uns überzeugen, dass die Rivalität mit Florenz dazu führte, dass die Baumeister sich selbst und vor allem die Florentiner Baumeister, zu übertreffen versuchten. Ursprünglich hatte man vor, das jetzige Hauptschiff des Doms als Querschiff zu errichten, und ein gewaltiges Hauptschiff dazu zu schaffen. Reste des nie beendeten Bauwerks sind noch zu sehen. Das es in der Toskana Marmor gibt, ist bei allen Dombauten, die ich sehen konnte, offensichtlich. Außen so wie Innen wird Marmor reichlich eingesetzt und meist im Wechsel von Weiß und Grün. Das Innere des Doms in Siena ist mit Fresken und Bodenintarsien geschmückt. Die Kuppel ist ebenfalls eine Augenweide. Die Kanzel des Doms ist vom Bildhauer Nicola Pisano errichtet. Pisano hat auch die Kanzel des Doms von Pisa und dem dortigen Baptisterium geschaffen.

Die anschließende Freizeit nutzten wir zum Bummel durch die Gassen zurück zur Piazza del Campo. Dort gab es in einem Kaffee leckeren Cappuccino und Kuchen. Jetzt waren wir gespannt auf den nächsten Tag der Reise - Florenz.  


 Florenz

005Am Morgen des nächsten Tages hatten wir einen herrlichen Blick auf die Landschaft vom Ort unseres Hotels aus. In Florenz angekommen, hielt der Bus am Bahnhof und wir liefen erstmal durch das gesamte Bahnhofsgebäude zur Santa Maria Novella. Eine hübsche Kirche, die natürlich auch mit weißem und grünem Marmor verblendet ist.  Hier begann unsere Wanderung durch Florenz. Wir kamen zuerst an der Basilica di San Lorenzo vorbei. Leider waren wir hier nicht im Inneren, aber wir besichtigten den Kreuzgang und hatten schon hier einen Blick auf den Dom und den Campanile, dem Wahrzeichen von Florenz. Als die Reiseleiterin sagte, daß wir als nächstes die Markthalle besuchen werden, dachte ich, was soll das, ich bin nicht in Florenz um Einkäufe in irgendwelchen Markthallen zu machen. Aber, dieser Besuch war gar nicht so schlecht. Die Markthalle ist schon von ihrem Äußeren interessant anzusehen. Und im Inneren erwartet den Besucher auf mehreren Etagen ein wirklich buntes Markttreiben mit Spezialitäten aus allen Teilen des Landes. Vom Markt aus gingen wir durch einige enge Gassen weiter und plötzlich standen wir auf dem Platz direkt vor der Kathedrale Santa Maria del Fiore. 006Dieser Eindruck war sehr schön. Das imposante Bauwerk ist im Bild gar nicht so leicht festzuhalten. Vor dem Dom befindet sich das Baptisterium San Giovanni. Leider war das Baptisterium vollständig eingerüstet. Als wir vor der Kathedrale auf den Einlass warteten, konnte ich sehen, dass die Paradiespforte, daß wohl mit bekannteste Kunstwerk von Florenz nicht ganz eingerüstet war. Das war deutlich an der großen Menschentraube zu erkennen, die sich davor bildete. Es dauerte eine ganze Weile, aber 007ich konnte mich von ihrer Schönheit dann doch selbst überzeugen. Wenn ich nicht vorher ein wenig über Florenz gelesen hätte, dann hätte ich darauf wohl nicht so geachtet, denn leider hat unsere Reiseleitung kaum etwas über das Baptisterio berichtet. Jetzt fällt mir gerade eine Textzeile der Rockgruppe electra ein: ". . . tritt ein in den Dom, durch das herrliche Portal . . ." - Das traf es genau. Nicht nur das Innere der Kathedrale ist reichlich prunkvoll, sondern schon die Außenfassade ist so wunderbar gestaltet, so dass ich und der Fotoapparat reichlich zu tun hatten. Als wir die Kathedrale verließen, war es 12 Uhr und die Glocken des Campanile klangen über den Platz, schöner konnte die Besichtigung einer Kathedrale nicht enden. Durch die Gassen der Altstadt gelangten wir nun zu einem berühmten Sohn dieser Stadt - Dante. Vor der Casa di Dante stand der Künstler "höchstselbst" und trug Auszüge aus seinem bedeutendsten Werk, der Göttlichen Komödie, vor. Einen kurzen Weg hinter der Casa die Dante betraten wir die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio. Dort sahen wir vor dem Palast den Neptunbrunnen, der als Hochzeitsgeschenk eines der Fürsten der Stadt für seine Angebetete in Auftrag gegeben wurde. Ehrfürchtig sahen wir zu dem wohl berühmtesten Werk von Michelangelo empor, dem David, welcher leider nur als Kopie vor dem Palazzo Vecchio steht. Um die Kunstwerke dieser Stadt zu genießen, sollte man wohl seinen Urlaub nur in Florenz verbringen. So kann mann die vielen Schätze von Michelangelo, Donatello und andere Größen der Renaissance in aller Ruhe auf sich wirken lassen. Ich glaube ich war gewiss nicht 008das letzte Mal in Florenz. Vor den Uffizien, die sich an den Platz anschließen, sahen wir einen Pantomime der dort in einem schönen Kostüm die Touristen unterhielt. Wir überquerten nun den Arno und hatten dabei einen schönen Blick auf die Ponte Vecchio, der einzigen Brücke die im 2. Weltkrieg nicht vernichtet wurde. Die Mittagspause verbrachten wir in einem Restaurant mit Ausblick auf die Ponte Vecchio. So gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Palazzo Pitti, um dort durch den Boboli Garten zu wandeln. Das Gelände des Gartens ist an einem Hang gelegen und so bietet der Garten immer einen schönen Blick auf die Silhouette von Florenz mit dem Campanile und der Kathedrale. Die offizielle Führung endete hier und wir durchwanderten noch einmal auf eigene Faust die schöne Innenstadt von Florenz, um an den Ausgangspunkt, die Santa Maria Novella zurückzukehren. Auf dem Rückweg konnten wir noch einen historischen Umzug miterleben. Ein schöner Tag den wir hier in Florenz erleben durften. Der nächste Tag führte uns nach Volterra und San Gimignano.


 Volterra und San Gimignano

009Volterra liegt auf einem Hügel in Mitten der zerklüfteten typischen Landschaft der Toskana. Der Weg zur Stadt hinauf führte uns zunächst an einem Medici Palast vorbei, der heute als Haftanstalt genutzt wird. Wir kamen leider im Regen an, aber das kann der Schönheit des Ortes keinen Abbruch tun. Wie konnte es anders sein, auch in Volterra gibt es einen Dom. Darin durfte man nicht fotografieren, sehr zu meinem Ärger. In dem Baptisterium gegenüber durfte man aber doch fotografieren. Der Dom ist im Gegensatz zu den Anderen von uns gesehenen,  nicht mit dem typischen grünem und weißem Marmor verkleidet, sondern sehr schlicht gehalten. Ebenfalls in Volterra konnten wir ein archäologisches Museum besuchen. Hier gibt es Ausgrabungsstücke aus der Zeit der Etrusker zu sehen. Sehenswert in Volterra ist die Piazza dei Priori, ein einzigartig erhaltener 010 mittelalterlicher Marktplatz.  Gesäumt wird der Platz unter anderem vom Palazzo dei Priori. In Volterra wird Alabaster bearbeitet. Wir hatten die Möglichkeit einen Handwerksbetrieb zu besuchen, der seit mehreren Generationen in Volterra Alabaster bearbeitet und die tollsten Kunstwerke daraus herstellt. Die Führung übernahm der "Altmeister" persönlich. Er war sichtlich stolz darauf, uns seinen Familienbetrieb zu präsentieren. Bei einem weiteren Rundgang hatten wir einen schönen Ausblick in die toskanische Landschaft, denn das Wetter hatte sich inzwischen wieder verbessert. Unterhalb der Stadt konnten wir die Ausgrabung eines 011römischen Amphitheater sehen. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt verbrachten wir mit Bummeln und leckerem Kaffee und Cappuccino in einem der Cafès im Ort.  Das nächste Reiseziel ist bekannt für seine Geschlechtertürme aus dem Mittelalter, von denen heute noch 15 erhalten sind. Es ist ebenfalls ein hübsches Städtchen mit vielen engen Gassen. Die verwinkelten Gassen geben teilweise immer wieder einen schönen Blick auf das Umland preis. Auf dem zentralen Platz gibt es eine Eisbar in der weltmeisterliches Eis verkauft wird. Die Besitzer wurden viele Jahre Weltmeister mit ihrem Eis. Dementsprechend war natürlich auch der Andrang an dem Cafè. Als Fotograf hat man hier ohne entsprechende Technik Probleme alles aufs Bild zu bekommen. Da wünscht man sich einen Hubschrauber mit dem man von oben oder von weitem mal ein schönes Panorama erstellen kann. Na ja, ich habe trotzdem einige schöne und vor allem "fotogene" Ecken gefunden.